Wie kann Bildung gelingen? - Philosophischer Salon

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Salonrekord: 15 engagierte Menschen, mit und ohne pädagogischem Berufskontext, aus verschiedenen Branchen und unterschiedlicher Generationenzugehörigkeit, diskutierten gestern über den Bildungsbegriff.

Als Anregung gab es zwei Texte: die Beschreibung der drei Verwandlungen des Geistes in Nietzsches Zarathustra und Hartmut Rosas Gedanken über den Resonanz Begriff im Schulkontext. Auch wenn zeitlich und stilistisch weit voneinander entfernt, so gibt es doch eine Verbindung zwischen diesen beiden Texten: das Kind-Sein als eine einzigartig kreative, schöpferische und Ja-sagende Seinsweise zu begreifen. 

Bildung, so eines der Ergebnisse aus dem Salon, darf weder auf Wissen, noch auf Ausbildung reduziert werden, diese beiden Dimensionen dürfen aber auch nicht ausgespart werden. Was Rosa jedoch Resonanzraum und Resonanzfähigkeit nennt, scheint vielerorts zu fehlen. Wichtig im Bildungskontext ist, eine Beziehung herzustellen: zwischen den Beteiligten, aber auch zu den Gegenständen. Erst dann wird ein "Entzünden", Begeisterung, Eigeninitiative, Interesse und gelingendes Lernen möglich. Wird dieser Aspekt also in der (Aus)Bildung von Pädagog_innen vernachlässigt?

Ist nicht ein Ziel von Bildung, Menschen empathie- und weltbeziehungsfähig zu machen? Wer sich positiv an seine Schulzeit zurück erinnert, verbindet diese Erinnerung meist mit eindrucksvollen Persönlichkeiten, denen es gelungen ist, das, was sie lehren zu verkörpern, zu personifizieren, zu leben. Die Freude am Wissen, die Erregung der Erkenntnis, die Lust am Lernen, der Genuss des Denkens, die Liebe zum Fragen, der Kitzel des Experimentierens und Ausprobierens - all das kann nur im Dazwischen vermittelt werden - im Resonanzraum zwischen Vermittlung und Responsivität. 

Ein spannender Salon. Dank an alle Anwesenden! Und es geht weiter...