Klimafilmtage Baden: Diskussion zu "Climate Crimes"

Es war eine sehr spannende Diskussion gestern im Cinema Paradiso zum kontroversen Film "Climate Crimes" von Ulrich Eichelmann. Anwesend war sowohl der Regisseur, als auch Mag. Peter Molnar (GF Erneuerbare Energie Österr.) und meine Wenigkeit. Moderiert hervorragend von Mag. Jasmine Bachmann (eNu).

Der Film will zum Widerstand aufrufen, so Eichelmann. Er zeigt auf, welche Verbrechen im Namen des Klimaschutzes vollzogen werden. Ein sehr kritischer und polarisierender Film. Das Problem: wird von "Todesursache Klimaschutz" gesprochen, passiert die selbe Simplifizierung wie auf jener Seite, die alles im Namen des Klimaschutzes heilig spricht. Wir haben also über die Notwendigkeit der Differenzierung gesprochen: welche Akteure sind wofür verantwortlich? Damit sich auch der/die Einzelne nicht einem übermächtigen System gegenüber verloren und handlungsunfähig fühlt, sondern sich dessen bewusst wird, dass jedes Handeln Konsequenz einer Entscheidung ist. Wir können uns jeden Tag aufs Neue entscheiden - diese Entscheidungen machen uns zu dem, was wir sind. 

Viele Fragen kamen aus dem Publikum - auch sehr philosophische und existenzielle Fragen. Wie mit der Wachstumsideologie umgehen? Wie gegen hegemoniale Diskurse kämpfen, die, weil undifferenziert, Missstände innerhalb eines ehemals gut gemeinten Konzepts wie dem Klimaschutz, verdecken? 

Helfen, so meine These, kann nur ein neues kulturelles Selbstverständnis: Den eigenen Standpunkt gegenüber dem Notwendigen und dem, was wir uns wünschen und benötigen, hinterfragen. Kinder nicht durch etablierte Bildungssysteme verstummen lassen, taub werden lassen, sondern durch den Erhalt ihres kritisch-fragenden Umgangs mit dem Leben in "Resonanz" mit sich und der Umgebung bringen. 

Hinterfragen, was uns Energie gibt und was uns Energie entzieht. Meine These: alles, was wir von außen, durch Technologie, an Energie konsumieren, entzieht uns Energie anstatt sie uns zu geben. Verlassen wir uns auf unseren eigenen Energiehaushalt, z.B. Radfahren statt Autofahren, verbindet uns das mit der Umwelt und lädt uns so wieder auf. 

Spannende Diskussion und freue mich auf nächstes Jahr.

Hier geht es zu den weiteren Filmen: http://www.enu.at/klima-filmtage-baden