Populismus - Jan-Werner Müller

Jan-Werner Müller von der Princeton Universität war letzte Woche in Wien und hat beim Bruno Kreisky Forum mit Chantal Mouffe über Populismus diskutiert. Seine Definition von Populismus ist sehr eng und kann daher weder auf Podemos oder Syriza angewandt werden. Mouffe und Laclau hingegen verstehen und verstanden Populismus zunächst als eine Art der Artikulation um "das Volk" diskursiv zu konstruieren. Inhaltlich kann hier noch keine Definition gegeben werden, was das Wesen des Populismus ausmacht. Jan-Werner Müller macht zur Bedingung des Populismus, dass "der Andere" radikal ausgeschlossen und ihm/ihr die Existenzberechtigung moralisch abgesprochen wird. Dem kann ich nicht zustimmen. Es gibt verschiedenen Formen populistischer Artikulation und für Repräsentation im allgemeinen ist die Konstruktion von einem "Wir" äußerst zentral.

Zudem errichtet Müller selbst zwei Lager, indem er über ein moralisches Urteil, nämlich demokratisch und anti-demokratisch, in "die Populisten" und "die nicht-Populisten" unterteilt. Er errichtet hier also selbst eine populistische Grenze, "Wir, die besseren Demokraten", die er im Zuge seiner Theorie kritisiert.

Meine Kritik konnte ich im philosophischen Radio auf WDR5 via Email anbringen und Jan-Werner Müller hat darauf geantwortet. Hier die kurze Sequenz meiner Kritik und unten ein Link zum Nachhören der ganzen Sendung, wo auch seine Reaktion darauf in voller Länge zu hören ist.