"Heimat, Tradition und Stil": Wie argumentiert die rechtsextreme Jugend?

Ich weiß, es ist ein ambivalentes Unterfangen, sich mit rechtsextremen und -populistischen Strömungen auseinanderzusetzen, weil man deren öffentliche Präsenz damit erhöht. Als Philosophin und Kulturtheoretikerin kann ich nicht anders: ein Text der Identitären, der augenscheinlich versucht, philosophisch und kulturtheoretisch zu argumentieren, muss kommentiert werden. Es ist wichtig, dass wir uns mit den Inhalten auseinandersetzen, dass wir Argumentationsstrategien erkennen und benennen. 

„Heimat, Tradition und Stil“ - ein Text, der auf der Seite „Identiäre Generation“ zu finden ist, Verfasser_in unklar: http://www.identitaere-generation.info/heimat-tradition-und-stil/

kommentiert von Dr. Cornelia Bruell

Der Text beginnt mit einem Zitat von Jünger:

„Die eigene Art zu bewahren ist schwierig- (…) Wer das erkannt hat, wird auch begreifen, daß Zeiten, die auf die Gleichheit aller Menschen hinarbeiten, ganz andere Früchte als die erhofften zeigen.“ [1] -

Cornelia Bruell: Alle Zitate werden ohne Seitenangaben gebracht. Ernst Jünger: Schriftsteller und Offizier, obwohl er sich vom Nationalsozialismus später distanzierte, so ist er doch eindeutig einem nationalistischen und anti-demokratischen Lager zuzuordnen.

„Ernst Jünger sollte – wie so oft – Recht behalten. Hohlheit und Beliebigkeit sind heute die prägenden Merkmale einer liberal-universalistischen Welt, in der sich jedes Volk widerspruchslos denselben Charakter, Stil und dieselbe Mentalität angeeignet zu haben scheint.“

Cornelia Bruell: Wer sind nun die Völker? Der Begriff „Volk“ wurde und wird meist als eine populäre Variante des Begriffs „Ethnie“ verwendet. D.h. er spielt auf eine einheitliche Kultur und Sprache an. Das „Staatsvolk“, als Menschen, die in einem bestimmten verfassungsrechtlichen Rahmen leben, kann kaum gemeint sein, denn dann wären Sprache und Kultur keine vordergründigen Kategorien. Wenn Identitäre allerdings mit der gleich machenden Globalisierung argumentieren und den Verlust von Diversität monieren, dann widerspricht diese Zeitdiagnose dem Mythos eines geschlossenen Staates, dessen Volk auf EINE Kultur und EINE Sprache zurück greifen kann.
Der von den Identitären prominent besetzte Begriff des „Ethnopluralismus“ verweist auf dasselbe Imaginäre: nämlich die Existenz separater und abgeschlossener Ethnien, die ohne Überschneidung und Hybridisierung nebeneinander existieren würden. Es wird hier also, wie meist bei identitärer Argumentation, retro-aktiv, sprich in die Vergangenheit eine imaginäre Geschlossenheit oder Einheit konstruiert. Die Identitären also als wortstarke Konstruktivisten. Vom Konstruktivismus aber wissen wir, dass es immer möglich ist, auch andere Zusammenhänge herzustellen und die Geschichte anders zu (re-)konstruieren.

„Nicht nur die Gebäudetypologie gleicht sich heute in der gesamten westlichen Welt auf erschreckende Art und Weise (die Panoramen von New York, Berlin, London oder Paris lassen sich kaum mehr von einander unterscheiden), auch die Menschen, die diese verschiedenen Teile der Welt bevölkern, werden sich immer ähnlicher.“ 

Cornelia Bruell: Auch diese Zeitdiagnose widerspricht der Vorstellung separat existierender Ethnien.

„Gleichsam einer Analogie der Völker, die eine neue Art des Konsummenschen bar jeder Eleganz oder Eigenart hervorbringt. Tradition und Diversität (auch wenn es oft als politisches Schlagwort gebraucht wird) sucht man vergeblich."

Cornelia Bruell: Hier weiß man gar nicht, wo man beginnen soll. Es werden viele Begriffe undifferenziert zusammen gewürfelt. Zunächst einmal hat Tradition noch nichts mit Diversität zu tun, sondern bezieht sich auf eine zeitliche, vertikale Achse: nämlich dem Weitergeben, der Überlieferung von Gewohntem, von Bräuchen etc. Diversität ist hingegen ein Begriff der horizontalen Achse: also dem gleichzeitigen Bestehen von Unterschieden. Wenn, dann müsste es also heißen, dass heute zu wenige unterschiedliche Traditionen gepflegt werden. Dann stellt sich aber wieder die Frage: wo? Denn wenn eine Pluralität von Traditionen favorisiert wird, dann kann doch nichts gegen einen Multikulturalismus sprechen. 

„Multikulturalismus in Verbindung mit linkem Gleichheitswahn hat der kulturellen Identität den Krieg erklärt, die urbane Welt erobert und damit jede ethnische Originalität beseitigt. Die weitgehende Reduzierung der kulturellen Vielfalt auf eine einheitliche Monokultur bedeutet jedoch nicht nur eine enorme Kärglichkei, sie lässt auch die eigene, einzigartige Kultur und Tradition verschwinden.“

Cornelia Bruell: Multikulturalismus und Gleichheitswahn können sich nicht auf den gleichen Gegenstand beziehen, da es sich widersprechende Kategorien sind. Akzeptiere ich Vielheit, also viele verschiedene Kulturen, kann ich mich nicht im gleichen Atemzug dazu veranlasst sehen, sie aneinander anzugleichen. Gleichheit im sogenannten „linken Gedankengut“ bezieht sich also auf etwas anderes: auf das Recht auf Diversität. Wir sind also gleich in der Hinsicht, dass es jedem / jeder frei steht, ihre / seine Lebensweise selbst zu bestimmen. Gleichheit bezieht sich nicht auf den konkreten Inhalt.
Wo linkes Gedankengut kultureller Identität den Krieg erklärt, lässt sich nicht nachvollziehen. Und wie einheitliche Monokultur und Multikulturalismus zusammen gehen, ist auch nicht schlüssig. In Summe handelt es sich bei dem Text um eine Art dadaistischer Platzierung besonders unspezifischer und leerer Begriffe ohne Konkretisierung.

„Dadurch wächst eine ganze Generation entwurzelt und enterdet heran und ist dadurch dem Konsumzwang schutzlos ausgeliefert. Es entsteht eine Gesellschaft von „letzten Menschen“ (Nietzsche) – heillos Mittelständigen, die sich “mit einem Lüstchen für den Tag und einem Lüstchen für die Nacht“[2] begnügen und dabei keine wahre Leidenschaft mehr inne haben.“

Cornelia Bruell: Hier scheint es sich um eine erschreckend unscharfe Beobachtung von Zeitphänomenen zu handeln: soziale Bewegungen, Demonstrationen, politischer Aktivismus scheinen heute eher in Richtung einer Repolitisierung zu weisen, in der selbst Leidenschaften reaktiviert werden. Konflikte werden kaum weniger, sondern wieder expliziter. Was eine „wahre“ Leidenschaft sein soll, das wäre noch zu klären. 

„Sie sind ohne Größe, Kanten oder innere Glut. Und damit sie sich dessen nicht bewusst werden und ihre Belang- und Bedeutungslosigkeit nicht erkennen müssen, lassen sie sich kontinuierlich das Gemüt täuschen und den Geist vernebeln.“ 

Cornelia Bruell: Na gut, dem ist nicht zu widersprechen: vernebelt von rechtspopulistischen bis -radikalen Strömungen, die so unscharfe Texte verfassen, wie diesen.  

„Hedonismus, Konsum und Berauschung geben die Möglichkeit endlich wieder etwas zu begehren, sich für etwas zu begeistern und dabei die eintönige Realität zu vergessen.
Doch diese Hohlheit paralysiert und zerstört die Seele der Menschen.
Absehbar war diese Entwicklung, in Ermangelung von Alternativen, allerdings schon lange. Bereits Oswald Spengler verglich den amerikanischen liberalen Universalismus und dessen Monokultur mit derjenigen des Sowjetkommunismus: „Die Ähnlichkeit mit dem bolschewistischen Rußland ist viel größer als man denkt: (…) Das Leben ist ausschließlich wirtschaftlich gestaltet und entbehrt deshalb der Tiefe, umso mehr als ihm das Element der echten geschichtlichen Tragik, das große Schicksal, fehlt, das die Seele der abendländischen Völker durch Jahrhunderte vertieft und erzogen hat. Die Religion, ursprünglich strenger Puritanismus, ist eine Art von pflichtgemäßer Unterhaltung geworden, und der Krieg war ein neuer Sport.
Und dieselbe Diktatur der öffentlichen Meinung hier und dort, ob sie nun parteimäßig oder gesellschaftlich vorgeschrieben ist, die sich auf alles erstreckt, was im Abendland den Willen des Einzelnen freigestellt ist, Flirt und Kirchgang, Schuhe und Schminke, Modetänze und Moderomane, das Denken, Essen und Vergnügen. Alles ist für alle gleich. Es gibt einen nach Körper, Kleidung und Seele genormten Typus des Amerikaners und vor allem der Amerikanerin, und wer sich dagegen auflehnt, wer das öffentlich zu kritisieren wagt, verfällt der allgemeinen Ächtung. In New York wie in Moskau. Und endlich findet sich eine fast russische Form des Staatssozialismus oder Staatskapitalismus, dargestellt durch die Masse der Trust, die den russischen Wirtschaftsverwaltungen entsprechend Produktion und Absatz bis ins Einzelne planmäßig normen und leiten. Sie sind die eigentlichen Herren des Landes, hier wie dort. Es ist der faustische Wille zur Macht, aber aus dem organisch Gewachsenen ins seelenlos Mechanische übersetzt.“[3]

Cornelia Bruell: Gut, relativ banales Amerika-Bashing (=öffentliche Beschimpfung) findet sich ja auf vielen Seiten der Identitären. So einfach ist es natürlich nicht. Die Vereinigten Staaten sind immer schon ein Ort vieler Kulturen gewesen, auch wenn die Integration und das Zusammenleben immer noch von starker Isoliertheit und Segregation geprägt ist. Aber auch hier müsste natürlich ein differenzierter Blick darauf geworfen werden.
Oswald Spengler vertrat natürlich einen eigentümlich homogenen Kulturbegriff (wie die meisten seiner Zeit), allerdings könnte seine Vorstellung eines zyklischen Geschichtsverständnisses auch gegen identitäres Gedankengut gelesen werden. Er ging nämlich davon aus, dass Kulturen immer wieder untergehen und dem auch nichts entgegenzusetzen ist. Die Identitären sollten sich also Fragen, ob sie wirklich mit Spengler argumentieren wollen, wenn sie für die Fortdauer der imaginären Einheitskultur werben. 

„Universalismus, Liberalismus und linker Konsens drohen die europäischen Länder zum stil- und charakterlosen Niemandsland zu machen.“ 

Cornelia Bruell: Wieder ein Wortsalat: Beim Universalismus stellt sich wieder die Frage: in Bezug worauf? Je nachdem kann der Begriff mit oder gegen Liberalismus und „linker Konsens“ (?) gelesen werden. Bezieht sich Universalismus auf Menschenrechte, dann geht das mit einem linken Denken konform. Bezieht er sich auf eine Einheitskultur, dann geht er mit identitärem Denken konform. Bezieht er sich auf den Neoliberalismus, dann geht er mit der Vorstellung eines einheitlichen Marktes konform. Bezieht er sich auf einen politischen Liberalismus, dann widerspricht der Freiheit des Individuums, die eigenen Lebensweise zu wählen. Es gäbe noch zahlreiche weitere Differenzierungen, anzumerken ist noch: links und Konsens? Da müssten die jungen Autoren noch mal zurück in den Geschichtsunterricht.

„Durch reines Ökonomiedenken und einer national ausgehöhlten, technokratischen Politik wird Europa beliebig, monoton und identitätslos. Die nationale Selbstaufgabe, die von linken politischen Kräften vorangetrieben wird, ist nur ein zusätzliches Symptom dieser Entwicklung. Der ganze Kontinent wird zum konfusen Geflecht der immer selben Wohnhäuser und Industriegebiete. Das Originelle und Charakteristische verschwindet, das Profil verblasst.“

Cornelia Bruell: Die immer selben Wohnhäuser … die jungen Menschen scheinen noch nicht viel gereist zu sein. Selbst innerhalb Badens gibt es äußerst unterschiedliche Wohngebiete. 

„Auch die realpolitische Diversifikation existiert nicht mehr. Der liberalistische Konsens der „Mitte“ und der Rechtsliberalen sowie die Linke unterscheiden sich kaum voneinander. Technokratie und Herrschaft der Ökonomie erwarten einen da wie dort. Der italienische Philosoph Julius Evola erkannte das bereits in den 1930er Jahren. „Der wahre Gegensatz ist nicht der zwischen Kapitalismus und Marxismus, sondern der zwischen einem System, in dem die Wirtschaft Alleinherrscher ist, ganz gleich, in welcher äußeren Gestalt sie auftritt, und einem System, in dem sie außerhalb der Wirtschaft liegenden Faktoren untersteht, die in eine sehr viel größere und vollkommenere Ordnung eingebettet sind, so daß dem menschlichen Leben ein tieferer Sinn verliehen wird.“ [4]

Cornelia Bruell: Ah der sogenannte Evola-Virus: Julius Evola, sizilianischer Landadeliger und Faschist aus Überzeugung. Ein äußerst spannender Artikel dazu in der Zeit: http://www.zeit.de/2014/51/julius-evola-faschismus-kulturkritik . Er nannte die Waffen-SS einen „übernationalen Deutschritterorden“ - seine Feinde: „der Sieg des Pöbels, die liberale Demokratie und die Emanzipation der Frau“ - immerhin fällt es jetzt nicht mehr schwer, die Identitären zuzuordnen. 

„Es wird Zeit, dem Menschen seine Heimat zurückzugeben, und mit ihr, Kultur, Tradition und Stil! Heimat ist der Urgrund, auf dem sich traditionalistische Verwirklichung begründet. Heimat ist Vertrautheit und sichtbare Verbundenheit mit Landschaft und Bevölkerung im umfassenden Sinn.“

Cornelia Bruell: Ach der Heimat Begriff. So gehaltvoll, dass er auf Hofer- und van der Bellen-Wahlplakaten gleichzeitig gefunden werden kann. Das Problem bei dieser Definition des Heimat-Begriffs ist nur: die Landschaft endet nicht an der Grenze. Und genauso wenig tut es die Vertrautheit und die Verbundenheit. Wer viel in Grenzregionen, z.B. Österreich - Slowakei unterwegs ist, weiß, dass die dort lebenden Menschen sich oft verbundener fühlen, als vielleicht die Burgenländer und die Vorarlberger. Dieser Begriff von Heimat kann also kaum mit „Volk“ und „Ethnie“ in Verbindung gebracht werden. 

„Verliert sie ihre prägnante Bedeutung und Eigenart, löst sie sich auf und wird zum Nicht-Ort (Borrmann) der globalen Belanglosigkeit. Das zu verhindern, hat sich die Identitäre Bewegung auf die Fahnen geschrieben. Denn mit der Heimat verliert der Mensch auch seine Identität. Er wird formbar, manipulierbar und lenkbar, verkommen zum Spielball des Konsums, der Medien und der liberal-universalistischen  Politik. „Ein Mensch, der keine Heimat hat, gleicht einem windverwehten Blatt.“[5]“

Cornelia Bruell: Die große Frage der Identität. Heißt das, sogenannte „Heimatlose“ besäßen keine Identität? Dann müssten wir ihnen doch erst recht eine Heimat gönnen. Und was, wenn der Begriff der Heimat zum Beispiel an nahestehende Menschen gebunden ist und man sich aufgrund des Verlustes der Familie heimatlos fühlt? Dann müsste der Zuzug der Familien stärker gefördert werden. Abgesehen davon, ist natürlich ein statischer Begriff von Identität tatsächlich unhaltbar. Menschen identifizieren sich im Laufe ihres Lebens mit ganz unterschiedlichen, sinnstiftenden Vorstellungen. Die Vorstellung einer substantiellen Identität, die ein Mensch einmal erwirbt und auf Dauer behält, entbehrt jeder Realität.

„Als Reaktion erklärt diese Politik den nun entwurzelten Heimatlosen zum „Weltenbürger“, und übergeht dabei, dass Heimat immer fest verortet ist und zugleich eine kulturelle Singularität innehat, mit der sie sich vom Rest der Welt unterscheidet.“

Cornelia Bruell: Obwohl man schon dachte, die Fiktion wäre nicht mehr zu überbieten, gelingt es zum Schluss doch noch: eine „kulturelle Singularität“? Wo und in welcher Zeit gab es jemals kulturelle Singularitäten. Die Identitären stellen sich hier als erste Opfer einer versäumten Bildungsoffensive heraus. Es handelt sich tatsächlich um eine „vergessene Generation“ (natürlich nicht eine gesamte Generation, sondern ein marginaler Teil davon), nämlich eine bildungsvergessene. Auf ihrer Website wird oft mit dem Verweis auf eine griechisch-römische und christliche Kultur argumentiert, was aus historischer Perspektive nur bedeuten kann, dass sich die Identitären in einem multikulturellen Kontext äußerst wohl fühlen müssten. Denn von den griechischen Stadtstaaten, über Alexander den Großen bis hin zu den letzten byzantinischen Kaisern war das antike Leben von Begegnung mit anderen Kulturen und dem Nebeneinander verschiedener Religionen geprägt.

„Diese Unterscheidung ist essenziell, denn Wert, Bedeutung und Originalität ergeben sich erst durch den Vergleich. „In der Fremde erfährt man, was die Heimat wert ist, und liebt sie dann um so mehr.“, schrieb schon Ernst Weichert und ein altes deutsches Sprichwort besagt: „Man weiß nicht, was man an der Heimat hat, bis man in die Ferne kommt.“
Mit der Wiederbelebung der Heimat kehrt auch die Tradition in die Köpfe und Herzen der Menschen zurück. Das hat nichts mit „Rückwärtsgewandtheit“ oder Nostalgie zu tun.“ 

Cornelia Bruell: Nein es hat tatsächlich nichts mit mit Nostalgie zu tun, denn das käme einer absoluten Geschichtsverzerrung gleich, sondern mit einem politisch strategisch motivierten Konstruktivismus eines imaginären Einheits- und Volksbegriffs. 

„Es bedeutet vielmehr, sich den Archetypen des ethnokulturellen Unterbewusstseins zuzuwenden, Urformen und Mythen wieder zu beleben und dadurch die universalistische Beliebigkeit zu durchbrechen.“ 

Cornelia Bruell: Wenigstens wird explizit auf den mythischen Charakter der Konstruktion verwiesen. Immer noch wird verkannt, dass es sich bei dieser Konstruktion selbst um ein universalistisches Imaginäres handelt. 

„Wer keine Wurzeln hat, steht auf schwankendem Boden. Traditionen wiedererwecken, das innere Feuer entfachen und dem Charakter Stil geben, das ist das identitäre Gebot der Stunde.“

Cornelia Bruell: Wurzeln haben den Charakter des Wachsens. Sie werden nicht EINMALIG gebildet und stagnieren dann. Neue Traditionen begründen (wie zum Beispiel eine Willkommenskultur pflegen) wäre vielleicht eine noch stärkere Möglichkeit, den Menschen wieder Halt zu geben. Definitiv wäre es eine menschlichere.

[1] Ernst Jünger, Der Waldgang

[2] Friedrich Nietzsche, Also sprach Zarathustra

[3] Oswald Spengler. Jahre der Entscheidung: Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung. München, 1933

[4] Julius Evola Menschen inmitten von Ruinen Hohenrain Verlag Tübingen

[5] Erich Limpach (1899 – 1965), deutscher Dichter, Schriftsteller und Aphoristiker